KG Spass am Karneval

Neuigkeiten

  • 1

E-Mail

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Overather Damensitzung hebt ab zum Wolkenplatz



Jungfrau Florentine (Dirk Schmitz) sieht heute anders aus. Nur ein ganz kleines bisschen – es fällt sicher nur wenigen auf. Aber ihr Make-Up hat heute mehr Strahlkraft. Die Paginnen Julia Höller und Nicole Schmitz haben ihr mehr Rouge aufgetragen und der Lippenstift hat ein intensiveres Rot als sonst. Prinz Heidi I. (Bernhard Heider) findet, dass das für den heutigen Anlass genau richtig ist: „Das ist ja dafür da, dass das Publikum das noch in der letzten Reihe sieht!“
Das Publikum - das sind heute die Overather Frauen, denn die „KG Spass am Karneval“ veranstaltet heute die Damensitzung Overath. Das Schmölzchen in blau-gold versammelt sich im Foyer vor dem Sitzungssaal – in ein paar Minuten dürfen sie einziehen. Einer kann diesen Moment kaum abwarten: Das kleinste und jüngste Mitglied des Gefolges. Der kleine Junge ist gerade mal 3 Jahre alt. In einem unbemerkten Moment reißt er sich von seinem Papa – einem Elferratsmitglied – los und stürmt Richtung Bühne. Sein Kostüm hat ihm seine Oma genäht. Es sieht genauso aus, wie das der älteren Pagen, aber der 3-Jährige fühlt sich mit seinem blauen Samtumhang eher wie ein Superheld und nicht wie ein Karnevalist.
Trotz gefühlter Superkräfte: Sein Vater kann ihn rechtzeitig zurück ins Foyer holen. „Jetzt geht’s los!“, ruft er, setzt seinen Sohn auf seinen Schultern ab und gibt ihm ein Strüßje in die Hand. Dann beginnt der kleinste Page zaghaft im Takt zu klatschen und das Schmölzchen zieht in den ausverkauften Saal ein. Kaum auf der Bühne angekommen, schwingen die Karnevalisten unter anderem zu „Wolkenplatz“ von „Miljö“ blaue und goldene Pompons.

Danach betritt eine Frau im pinken Kittel und Glitzertop die Bühne. Ingrid Kühne sagt von sich selbst, dass sie keine Kilos verlieren kann, da sie ein Gewinnertyp sei. Mit diesem Humor erntet sie von den Overather Damen laute Zugabe-Rufe.
Die Stimmbänder werden auch nach diesem Auftritt nicht geschont. Zu „Eye of the Tiger“ ziehen Männer in Bademänteln durch den Saal auf die Bühne. Es sind „De Burner“ – Kerle aus Overath, die sich heute für die Ladys nicht ganz so ernst nehmen. Und es lohnt sich! Unter lautem Kreischen ziehen die ersten 4 ihre Mäntel aus – unter dem Mantel: Nackte Oberkörper, lediglich bedeckt durch eine Küchenschürze mit Sixpackaufdruck. In diesem Outfit führen die Männer einen Poledance auf, für den sie sich nicht verstecken müssen. Nach diesem starkem Auftakt treten die Männer nacheinander im Frauenkostüm auf die Bühne und performen zu verschiedenen Songs. Langhaarperücke, glattrasierte Beine und Pumps in Größe 47 – „De Burner“ haben sich mit ihrer Kostümierung wirklich Mühe gegeben. Das sieht sogar Jungfrau Florentine. Sie schaut schon fast neidisch auf die perfekten Frauen-Fälschungen - dabei ist sie selbst so eine gute. Obwohl die Band „Kasalla“ bereits im Foyer auf ihren Auftritt wartet, möchten die Overather Damen eine Zugabe.
Und dann drängen sich die Frauen so nah wie möglich an die Bühne – denn die Jungs von „Kasalla“ rocken jetzt den Saal. Bauer Björn (Björn Tenten) bleibt besonders Bassist Sebastian in Erinnerung: „Der hat die ganze Zeit mit meiner Tochter geflirtet.“

Während einige Mädels ins Foyer gehen, um dort ein Foto mit der Band zu ergattern, bereitet sich dort Fritz Schopps auf seinen Auftritt vor. Mit seinem Hut und dem Poncho aus Fetzen sieht er aus wie Rumpelstilzchen.
Und dann heben die Overather Damen zum zweiten Mal an diesem Abend zum Wolkenplatz ab – dieses Mal kommt die Musik allerdings nicht vom Band: Die Band „Miljö“ sorgt leibhaftig für dieses Gefühl von Schwerelosigkeit. Nach dem Auftritt schwärmt Bassist Max: „Wir haben heute Abend zwar noch einige Auftritte vor uns und das kann schon mal anstrengend werden, aber wenn die alle so Spaß machen wie hier, dann fällt es viel leichter, 100 Prozent zu geben.“
Nun sind die „Boore“ dran. Die Jungs punkten mit strammen Wanden in Lederhosen. Ihre größten Fans auf der Sitzung finden aber noch mehr Vorzüge: „Die sind einfach authentisch, nett und Jungs aus dem Leben.“
Kontrastprogramm zu den bayrischen Burschen bieten die „Teichboys“: Eine Gruppe gestandener Männer im Tanzmariechen-Kostüm. Und die haben den Gardetanz drauf! „Ich finde das sehr mutig, dass die Männer das machen“, meint eine der jecken Damen, „die sind mit vollem Herzen dabei und nicht jeder Mann kann sich so bewegen.“
Die „Veedelsjunge“ hätten für den Geschmack der Overather sicher noch deutlich länger spielen können. Die beiden Männer sind in Overath Kult – selbstverständlich, dass sie so lange wie möglich auf der Bühne sein müssen, obwohl die Band „Cat Ballou“ im Foyer auf ihren Auftritt wartet. Normalerweise ist zwischen Bühne und Publikum etwas Platz, dieser ist aber auf der Overather Damensitzung schon lange verschwunden – die Damen möchten ihren Karnevalsstars an diesem Nachmittag so nah wie möglich sein.  
Und obwohl man sich kaum vorstellen kann, dass es nach „Cat Ballou“ noch besser geht:
Ein Überraschungsauftritt der „Heiligenhauser Prinzessinnen“ macht es möglich. 11 Mädels in rot-weiß – eigentlich spielen sie Volleyball zusammen – sorgen mit reichlich Power für einen besonders energiegeladenen Schluss. Und auch die Prinzessinnen tanzten unter anderem zum „Wolkenplatz“ von Miljö . Prinzessin Lisa meint: „Mit den Overather Damen ist es besonders leicht, dorthin abzuheben.“