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Wenn das gesamte Overather Schmölzchen gemeinsam zum Friseur geht



Im Friseursalon Barbara Hinz in Heiligenhaus ist es friedlich – noch. Denn gerade stößt ein Mann im Anzug mit blau-goldenem Schiffchen auf dem Kopf beschwingt die Tür auf. Es ist der Overather Literat Guido Lazotta. Er begrüßt nur kurz die Inhaberin des Salons, kniet sich hinter den Tresen und sorgt für Karnevalsmusik. Vor der Tür versammelt sich das Overather Schmölzchen – Dreigestirn, Pagen, Elferrat, Herold – man kann sich kaum vorstellen, dass die ganze Truppe in den Friseursalon passen soll. Und wieso wollen die überhaupt alle gleichzeitig zum Friseur?
Sobald sich das ganze Schmölzchen um den Tresen und um Inhaberin Barbara Hinz versammelt hat, erhebt Prinzenführer Matthes Schmitz das Wort. Er stellt die Karnevalisten in blau-gold vor, die hier gerade den Betrieb lahmlegen – eine Kundin im rosa Pulli wollte offensichtlich kurz vor dem Eintreffen der Truppe zahlen – nun verfolgt sie stattdessen mit einem breiten Lächeln im Gesicht das närrische Geschehen.
„10 Leute dürfen sich die Haare schneiden lassen“, ruft Barbara Hinz in die Menge. Ein Elferratsmitglied hat scheinbar eher ein Interesse daran, dass hier nicht Haare, sondern Federn gelassen werden – mit seinen Fingern schnippelt er symbolisch am Kopfschmuck des Prinzen herum, der ihn schon minutenlang im Gesicht kitzelt.
Währenddessen bedankt sich Matthes Schmitz gerade für die Einladung. Aha. Also hat die Friseurin sich tatsächlich selbst dazu entschieden, den ganzen Haufen an diesem Vormittag zu frisieren. Sogar belegte Brötchen und Getränke werden gereicht.
Und dann machen sich Barbara Hinz und ihre Kolleginnen ans Werk. Das erste Elferratsmitglied hat bereits am Waschbecken platzgenommen und lässt sich den Kopf massieren. Jungfrau Florentine (Dirk Schmitz) hat sogar ihr Zweithaar mitgebracht. Während eine blonde Perücke tadellos auf ihrem Kopf sitzt, trägt sie eine zweite, deutlich in Mitleidenschaft gezogene Perücke in der Hand. „Ich bleibe mit den Haaren immer in meiner Kette hängen – wir mussten die Zöpfe neu flechten, aber jetzt sitzen sie nicht mehr richtig“, meint die Dame des Dreigestirns. Im Salon soll’s gerichtet werden.
Auch Prinz Heidi I. (Bernhard Heider) schwebt eine Verschönerung seines Haupthaares vor: „Aber nichts Auffälliges. Ich muss ja noch arbeiten gehen.“
Pagin Julia hofft auf eine Flechtfrisur, muss sich aber erst einmal um die Bedürfnisse ihres Prinzen kümmern: „Mir muss jemand den Umhang abnehmen, sonst hängt der gleich im Waschbecken!“
Um Jungfrau Florentine bemühen sich mittlerweile sogar zwei Friseurinnen. Barbara Hinz ist über die Beschaffenheit der Perücke nicht gerade glücklich: „Das ist Kunsthaar, das verheddert sich andauernd und ist gar nicht leicht zu kämmen.“
Bauer Björn (Björn Tenten) ist am Tresen stehengeblieben. Er ist glücklich mit seinem Brötchen und unterhält sich angeregt mit der Kundin in rosa. Die Dame erklärt außerdem: „Ich hatte schon vor dem Einzug des Schmölzchens gezahlt, aber das hier wollte ich mir unbedingt ansehen.“
Während ein Karnevalist nach dem anderen frisiert wird, beginnt Herold Niklas Habers die Haare seiner Kollegen zusammenzufegen, bevor er sich auf einem der Sessel vor den Waschbecken niederlässt und entspannt dem Geschehen folgt. „Gleich geht’s zu den Heiligenhauser Prinzessinnen, wir wollen denen noch ein paar Blumensträuße vorbeibringen“, berichtet Literat Guido.
Mit frisch geschorenem Haar tritt das Overather Schmölzchen den rot-weißen Mädels mit Sicherheit besonders selbstbewusst unter die Augen.


Foto: www.dreigestirn-2018.de