KG Spass am Karneval

Bauer rettet durch beherzte Bremsung Proklamation in Overath

Von Guido Wagner

Frisch proklamiert: Prinz Andreas I. (Lüdenbach), Bauer René (Doppstadt) und Jungfrau Timona (Timo Boxberg) im Glück.

Wenn Bauer René da nicht geistesgegenwärtig mit seinem Mähdrescher gebremst hätte . . . Ein Video spielte das designierte Dreigestirn vor seinem Einzug ein.

Noch schnell ins Planschbecken . . . und dann ab zur Proklamation.

„Wir verbinden heute Kulturen und Menschen aus Europa und Overath“, verkündet Niklas Habers, bevor sein Prinzenführer-Kollege Finn Spielvogel das rekordverdächtig große Gefolge vorstellt.

 

Die Band Stadtrand eröffnete das großartige Programm zur Proklamation in Overath.

Bürgermeister Nicodemus spricht schon von einem Aggertal-Dreigestirn, in dem jede Tollität ein Familienmensch sei, ein Familienunternehmen führe, sich vielseitige engagierte und Grenzen überschreite. So tauscht das Overather Urgestein Andreas Lüdenbach aus dem Hotel-Restaurant in Klef für die Session den Kochlöffel gegen das Zepter und sorgt mit seiner Familie trotzdem dafür, dass im Familienbetrieb an der Grenze von Overath nach Vilkerath auch in der fünften Jahreszeit niemand zu kurz kommt.

Bauer ist Landwirt und Jungfrau ein Uhrmachermeister in Vilkerath

René Doppstadt bringt als Landwirt aus Großhecken jenseits der Ovrather Stadtgrenze auf Rösrather Gebiet laut Nicodemus Bodenständigkeit und Hilfsbereitschaft mit, ist nicht umsonst auch Ehrenmitglied der Großen Rösrather KG, wo er sich um die Wagen kümmere. „Ohne Landwirte fährt auch kein Karnevalszug“, so der Bürgermeister.

 

Redeten sich bei den Damen um Kopf und Kragen: Rednerduo Willi und Ernst bei Proklamation.

Jungfrau Timona (Timo Boxberg) sei als Uhrmachermeister derweil vor einigen Jahren von Engelskirchen über die Overather Stadtgrenze nach Vilkerath gezogen, würdigt der Bürgermeister den nicht nur im Vorstand der Vilkerather Narren engagierten Macher.

Grandioses Programm mit Hunderten Jecken in der Odenthaler Cyriax-Aula

Nach großem Dank an alle Unterstützer bleibt dem frisch proklamierten Prinzen Andreas I. nur eins: „Ich schnappe mir jetzt meine beiden Beigeordneten“, sagt er mit Blick auf Bauer und Jungfrau zum Bürgermeister, „und dann werden wir zusehen, dass wir das karnevalistische Treiben unter Kontrolle halten.“ Verspricht's, lässt nach dem Tusch der Kapelle „Quartier 06“ Niklas Habers die erste Rakete des Abends zünden und startet mit Hunderten Jecken in ein grandioses Programm.

Mit der Band Stadtrand, dem Rednerduo Willi und Ernst, dem Tanzcorps Blau-Weiß Vilkerath, „Nubbel“ Michael Hehn, den Steinenbrücker Schiffermädchen, „Kempes Feinest“ und Planschemalöör, die mehr als fünf Stunden nach dem Start das Finale rockten.

Drei Jecke aus zwei Vereinen und drei Orten

Ob als Gastronom, Koch und Hotelier, Uhrmachermeister oder Landwirt und Agrardienstleister – die drei neuen Overather Tollitäten sind auch privat echte Macher. Und Familienmenschen. Das zeigt sich auch im Gefolge: Die Töchter Mara und Lia von Prinz Andreas I. (Lüdenbach), gerne auch liebevoll „Lüdi“ oder „der kleine Prinz“ genannt, sind ebenso mit von der Partie wie der Nachwuchs, Lina und Leni, von Jungfrau Timona (Timo Boxberg) . Einzig Sohn Lio von Bauer René (Doppstadt) zieht lieber den Fußball dem jecken Treiben vor.

 

In seinem Element: der "kleine Prinz" Andreas I. ("Lüdi", Lüdenbach) bei Proklamation des Dreigestirns.

Prinz Andreas I. ist ein waschechter Overather Jung, wurde in Bergisch Gladbach geboren und führt als gelernter Koch mit seiner Frau Steffi, seinem Bruder Michael und beiden Familien das Hotel-Restaurant Lüdenbach in dritter Generation. „Lüdi kennt jeder, und er kennt jeden“, fasst es Nicole Werdel, die Pressesprecherin der KG Spass am Karneval, zusammen. So sorgt er als Mitglied im Vorstand der IG Karnevalszug seit sieben Jahren dafür, dass der Zoch durch Overath rollt. „In diesem Jahr wird mich als Zugleiter Simon Stachowiak vertreten“, kündigt er an. Schließlich wird der 46-jährige Prinz zum krönenden Abschluss des närrischen Lindwurms mitfahren.

 

Jungfrau Timona (Timo Boxberg) tanzt bei der Proklamation auf der Bühne.

Genießt das Bad in der Menge: Bauer René (Doppstadt) bei Proklamation des Overather Dreigestirns.

Der jüngste im Bunde ist mit 37 Jahren Landwirt René Doppstadt der seinen mit Bruder Ralf geführten landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit Milchvieh, Mastbullen, Agrardienstleistungen und Weihnachtsbaumverkauf in Rösrath-Großhecken hat, den es aber schon immer in Richtung Overath gezogen hat. Nach der Premiere im Elferrat des ersten Overather Damendreigestirns, war für ihn klar: Bauer sein im Dreigestirn, das wäre fein. Wie es ist, im Zug mitzufahren, weiß der Agrarbetriebswirt nur zu gut, schließlich zieht er mit seinem Team regelmäßig Karnevalswagen in 40 bis 50 Karnevalszügen. In dieser Session allerdings wird er natürlich hinten auf dem Dreigestirnswagen stehen.

„X-Mas-Hofparty“ beim Bauern am 7. Dezember für den guten Zweck

Seine Hofburg hat das Trifolium in der Gaststätte „Die Stadtmitte“, aber auch daheim beim Bauern machen die neuen Tollitäten noch vor dem Start in die heiße Phase der Session ordentlich was los: Nach einer Protestlichterfahrt, die Doppstadt ebenfalls organisiert (Start: am Freitag, 6. Dezember, 17 Uhr, ab Großhecken über Heiligenhaus und Rösrath nach Forsbach) gibt's am Samstag, 7. Dezember,  ab 19.30 Uhr, eine „X-Mas-Hofparty“ in Großhecken 45 zugunsten einer querschnittsgelähmten Bekannten. Die drei haben eben alle auch ein großes Herz. (wg)

 

Quelle: Bauer rettet durch beherzte Bremsung die Proklamation in Overath - Rundschau Online